Textile Kette


Negative Umwelteffekte entstehen auch in der Garn- und Rohwarenherstellung (Bildquelle: Pixabay/Bruno Glätsch).
Negative Umwelteffekte entstehen auch in der Garn- und Rohwarenherstellung (Bildquelle: Pixabay/Bruno Glätsch).

Als textile Lieferkette werden alle Phasen bezeichnet, die ein textiles Produkt durchläuft: Von der Faser bis zum Endverbraucher, über den Gebrauch bis hin zu Verwertung und Entsorgung. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit muss die gesamte Kette in den Blick nehmen.

 

Umweltaspekte der Textilkette

 

Die Textilherstellung belastet die Umwelt vor allem in der Phase der Rohfasergewinnung, also dem Anbau von Naturfasern oder der Herstellung von Kunstfasern. Negative Umwelteffekte entstehen in der konventionellen Textilkette bis heute aber auch in der Garn- und Rohwarenherstellung, der Textilveredlung und der Konfektionierung. Zu welchen Umweltwirkungen kommt es?  Der Einsatz von Pestizid- und Düngemitteln belastet Oberflächen- und Grundwasser, bedroht Biodiversität und ist giftig für die Menschen in den Anbauregionen. Nicht nur der Anbau von Baumwolle braucht viel Wasser, sondern auch die Faserherstellung und -verarbeitung. Zudem ist die Produktion energieintensiv, führt zu Staub-, und Abgasemissionen sowie zu chemischer Belastung von Abwässern. Und schließlich ist es mit dem fertigen Textil noch nicht getan: Auch Transport, Verpackung, Nutzung, Verwertung und Entsorgung führen zu Emissionen und Ressourcenverbräuchen.

 

Soziale Aspekte der Textilkette

 

In der konventionellen Textilkette leiden Umwelt und Menschen. Nicht selten kommt es in den Produktionsländern, die zumeist im globalen Süden liegen, zu Verstößen gegen individuelle und kollektive Arbeitnehmer/innenrechte: Unfaire Löhne, keine gesetzlich festgelegten Arbeitszeiten, Zwangsarbeit, Frauendiskriminierung, ausbeuterische Kinderarbeit, mangelhafter Arbeitsschutz und die Beschränkung oder ein Verbot der Vereinigungsfreiheit und kollektiven Handlungen der Arbeitnehmer/innen. Zudem können Stoffe mit gesundheitsgefährdenden Eigenschaften den Arbeitnehmer/innen oder Nachbar/innen von Produktionsanlagen schaden. Darunter finden sich etwa krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe, persistente und bioakkumulierende Stoffe und Stoffe mit allergenen Eigenschaften.

 

Hochwertiges Textilrecycling ist Hightech und findet in Deutschland oder angrenzenden EU-Ländern statt. Das Zurückholen von Produktionsschritten entlang der Wertschöpfungskette könnte somit auch soziale Auswirkungen mitbringen.